Garz

Schon vor den Novemberpogromen des Jahres 1938 sahen sich jüdische Gewerbetreibende wie die Garzer Kaufmannsfamilie Cohn, die seit 1907 ein Textilgeschäft in der Langen Straße 3 betrieb, Schikanen und Schmierereien des SA-Pöbels ausgesetzt. Arthur Cohn war nur sechzigjährig ein Jahr zuvor gestorben und seine Witwe Thekla floh vor dem Mob in die Wallanlage und anschließend aus der Stadt. Danach verliert sich ihre Spur. Sohn Ludwig, der am 18. November 1907 in Garz geboren wurde, galt seither ebenfalls als verschollen.

 

Die Bewohner des Wohnhauses, in dem die Familie Cohn damals lebte, haben auch heute noch Angst vor Nazischmierereien. Aus diesem Grund wurden am 2. August 2005 die 3 Stolpersteine im Bürgersteig vor dem Gemeindehaus eingelassen.

 

Die Initiatoren um den ehemaligen Pfarrer Sigismund von Schöning, die Museumsleiterin Sylvia Knöpfel und dem Pfarrer Bernhard Giesecke schufen so "die erste Gedenkstätte für jüdische Opfer der NS-Zeit auf Rügen".

 

Jeweils am 9. November treffen sich die Garzer Bürger erst vor, dann im Gemeindesaal zum Gedenken, sowie sich mit einem Thema zur deutsch-jüdischen Geschichte zu befassen.

Stolpersteine

Lange Straße 34 18574 Garz